Kunst ist Dünger für den Menschen

Licht anmachen in dunklen Zeiten

Das JCOHH will die Konzerte nicht nur einem bereits kultur- und dialoginteressierten Publikum anbieten, sondern auch proaktiv auf jüngere Zielgruppen zugehen. Daher streben wir an, die behandelte Kunst auch als Workshops, Konzerte oder in Form offener Formate in Schulen, Justizvollzugsanstalten und weiteren öffentlichen Stätten zu präsentieren. Hiermit sollen beispielsweise Schüler:innen, auch an Schulen in so genannten Brennpunktvierteln, mit jüdischer Kultur vertraut gemacht werden. Vor allem mit Begegnungen, die nicht nur erinnern und bewegen, sondern auch Spaß machen können.

HELENE-LANGE-GYMNASIUM

Das 1910 gegründete Helene-Lange-Gymnasium war eines der ersten staatlichen Gymnasien, das Mädchen den Weg zum Abitur eröffnete. Als älteste UNESCO-Projektschule Deutschlands mit englisch-bilingualem Profil versteht sich die Schule als Ort, an dem die Verwirklichung der Menschenrechte und die Erziehung zu einem friedlichen Miteinander im Zentrum stehen. Lernende und Lehrende gestalten gemeinsam ein Klima, in dem Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Lebensentwürfe mit Respekt und Interesse aufeinander zugehen. „Wir lernen und leben Weltoffenheit, Toleranz und Zivilcourage“ – so lautet das Leitbild der Schule.

Das HLG ist unsere hochgeschätzte Kooperationsschule – eine Partnerschaft, die uns besonders stolz macht. Wie lebendig hier Erinnerungskultur gelebt wird, zeigte sich nicht nur am 8. Juli 2025: Nach intensiven Recherchen von Schüler:innen zu den Schicksalen ehemaliger jüdischer Mitschülerinnen wurden vor dem Schulgebäude 25 zusätzliche Stolpersteine verlegt. Das JCOHH durfte diese bewegende Gedenkfeier musikalisch begleiten.

In einer Konzertvorbereitung haben wir verzweifelt nach bezahlbaren Probenorten gesucht, das HLG hat spontan seine Aula angeboten. Auch dafür danken wir Holger Müller, Schulleiter, und Dr. Christina Pareigis, Fachleitung Religion, sowie der gesamten Schulgemeinschaft von Herzen. Übrigens: Frau Dr. Pareigis‘ Dissertation befasste sich mit jiddischer Liedlyrik aus den Jahren 1939–1945. Für diese wissenschaftliche Arbeit wurde sie im Jahr 2004 mit dem renommierten Joseph Carlebach-Preis der Universität Hamburg ausgezeichnet.

Gymnasium Eppendorf


Zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz gestaltete das JCOHH ein Konzert mit David Geringas und der jungen Cellistin Charlotte Melkonian, begleitet vom Chor des Gymnasiums Eppendorf und einem philosophischen Workshop für Schüler:innen mit Autor und Philosoph Dr. Jörg Bernardy.

Joseph-Carlebach-Stadtteilschule

Ein Pop-Up-Konzert an der Stadtteilschule im Grindel. Die „Jüdische Schule für alle“ ist Teil des Joseph-Carlebach-Bildungshauses, das sich am geschichtsträchtigen Standort der ehemaligen Talmud-Thora-Schule und in direkter Nachbarschaft zur geplanten Bornplatz-Synagoge befindet. Wir brachten jüdische Musik und Werte direkt in den Unterrichtsalltag, und jede Menge Spaß. Beste Frage: „Seid ihr berühmt?“

Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel

Kein „Luxus“, sondern ein zentraler Baustein der Resozialisierung. Denn die Inhaftierten von heute sind die Nachbarn von morgen. Kultur kann helfen, die Kraft, Empathie und Zuversicht zu entwickeln, die man für einen echten Neuanfang braucht. In der JVA Fuhlsbüttel spielte Emanuel Meshvinski gemeinsam mit dem Bundesjugendballett Werke von Schubert und Barber, die das Publikum sichtlich berührte.

Gemeinsam mehr erreichen

Kooperationen sind zentrale Bestandteile unserer Kulturarbeit. Ob Projekttage, Konzerte, Workshops, Gedenkveranstaltungen oder kreative Formate – gemeinsam mit unseren Kooperationspartner:innen entwickeln wir Programme, die Erinnerungskultur, musikalische Bildung, kulturelle Teilhabe und biografisches Lernen verbinden. Werden Sie Teil eines unserer nächsten Projekte.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

Christine Robuste
✉ robuste@jco-hamburg.de