Tikkun Olam – mit Bar Zemach beim SHALOM-MUSIK.KOELN

Wann:
Samstag, 05.09.2026, 19:30 Uhr

Wo:
Ventana Köln, Elisabeth-von-Mumm-Platz 1

Werke von:
Gustav Mahler / Lev Kogan / Gerald Cohen / Astor Piazzolla / Leonid Desyatnikov / Bar Zemach

Mitwirkende:
Bar Zemach, Schofar & Horn / Jascha Nemtsov, Klavier / JCOHH / Emanuel Meshvinski, Leitung

Zum ersten Mal ist das Jewish Chamber Orchestra Hamburg bei SHALOM-MUSIK.KOELN zu Gast – gemeinsam dem Hornisten und Schofarspieler Bar Zemach. Mit einem Programm, das bewusst Gegensätze zusammenbringt: Gustav Mahler trifft auf Astor Piazzolla, jüdische Klangtradition auf neue Kompositionen. Gemeinsam mit dem Bar Zemach entsteht ein intensiver Konzertabend voller Energie, Kontraste und überraschender Verbindungen.

„Tikkun Olam“ – die „Reparatur der Welt“ – steht dabei im Mittelpunkt. Es ist ein zentrales Prinzip und eine Philosophie im Judentum: die Idee, durch eigenes Handeln Verantwortung zu übernehmen und Veränderung möglich zu machen. Genau dieser Gedanke prägt das Programm. Musik aus unterschiedlichen Zeiten und Stilen wird neu miteinander in Beziehung gesetzt – als künstlerischer Ausdruck von Mut, Resilienz und Aufbruch.

Der amerikanische Komponist und Kantor Gerald Cohen hat die Herausforderung angenommen und komponiert extra für SHALOM-MUSIK.KOELN ein neues Stück für Schofar, Klavier und Streichorchester. Dabei lotet er die gesamte Spieltechnik aus, die Bar Zemach auf dem Schofar zaubert. Ein Konzert, das Tradition und Gegenwart zusammenführt – und zeigt, wie Musik neue Perspektiven eröffnen kann.

Artist Focus: Bar Zemach

Bar Zemach ist israelischer Hornist und Schofarspieler mit Wohnsitz in Berlin. Er studierte bei Prof. Christian Friedrich Dallmann an der Universität der Künste Berlin und war Stipendiat der Lucerne Festival Academy, des Moritzburg Festivals sowie des Grafenegg Campus. Als Solohornist wirkte er in der Jungen Deutschen Philharmonie und war auf Zeit bei den Düsseldorfer Symphonikern und Staatskapelle Berlin engagiert. Seit 2022 bekleidet er die Position des Solohornisten im West-Eastern Divan Orchestra. Sein Solodebüt in Deutschland gab Bar Zemach sowohl an der Berliner Philharmonie als auch im Konzerthaus Berlin mit Horn und Schofar.

Als Kammermusiker musizierte er mit den Bläsern der Staatskapelle Berlin, mit denen er sämtliche Bläserserenaden von Richard Strauss aufgenommen hat, sowie auf Festivals wie dem Jerusalem Chamber Music Festival, West Cork, den Internationalen Tagen Jüdischer Musik. Im Boulez Ensemble arbeitet er mit Komponisten und Dirigenten wie Matthias Pintscher, Jörg Widmann und George Benjamin zusammen und gastiert zumal beim Pacific Quintet. Mit Giora Feidman tritt er als Mitglied der Klezmer Virtuosen und im Trio sowohl konzertant als auch auf CD in Erscheinung.

Als Pionier bringt Bar Zemach den Schofar in die klassische Musik: 2025 spielte er in der Berliner Philharmonie die Uraufführung eines von Zukunft Klassik in Auftrag gegebenen Konzerts für Schofar und Orchester von Amir Shpilman. Ebenfalls uraufgeführt hat er ein Schofar-Konzert von Michael Wolpe beim israelischen Festival Sound of the Desert. Weitere Auftritte als Schofar-Solist führten ihn u. a. zu den Nürnberger Symphonikern, der Thüringen Philharmonie, der Israel Symphony und dem St. Christopher Chamber Orchestra; Recitals bestreitet er mit dem Pianisten Jascha Nemtsov. Für die Saison 2024/25 wurde Bar Zemach als Britten Pears Young Artist ausgewählt.

Artist Focus: Gerald Cohen

Gerald Cohen ist ein US-amerikanischer Komponist und Kantor. Derzeit ist er Kantor an der Shaarei Tikvah in Scarsdale, New York, und lebt in Yonkers. Cohen ist Mitglied der Fakultäten des Jewish Theological Seminary und des Hebrew Union College.

Cohen erwarb 1982 einen B.A. in Musik an der Yale University. Kurz darauf begann er als Kantor zu arbeiten, während er die Columbia University besuchte, wo er 1993 mit Auszeichnung den Doktor der Musikwissenschaften (D.M.A.) in Komposition erhielt. Seine wichtigsten Kompositionslehrer waren Jack Beeson, Mario Davidovsky, George Edwards und Andrew Thomas. Jacob Mendelson war Cohens wichtigster Lehrer im Bereich Kantorenstudium.

Cohens Musik wurde von zahlreichen Kammerensembles in Auftrag gegeben, darunter: das Cassatt String Quartet, das Verdehr Trio, das Franciscan String Quartet, Chesapeake Chamber Music, das Grneta Ensemble, das Wave Hill Trio, das Bronx Arts Ensemble, und das Brooklyn Philharmonic Brass Quintet; von Chören wie den New York Virtuoso Singers, den Canticum Novum Singers, dem Syracuse Children’s Chorus, der St. Bartholomew’s Church in New York City, dem Zamir Chorale of Boston, Usdan Center Chorus, die Cantors Assembly of America, HaZamir: The International Jewish High School Choir, und die Westchester Youth Symphony. Und die Battery Dance Company gab seine „Songs of Tagore“ in Auftrag, die ihre Tanzaufführungen auf Tourneen durch Indien und Osteuropa begleiteten.

Cohens Werke wurden vom Borromeo-Streichquartett, dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem San Diego Symphony Orchestra, dem Westchester Philharmonic Orchestra, dem Riverside Symphony Orchestra, dem Plymouth Music Series Orchestra, den New York Concert Singers, Princeton Pro Musica sowie vielen weiteren Ensembles und Solisten aufgeführt.

Wir sind geehrt und freuen uns sehr darauf, in Köln ein Werk von Gerald Cohen uraufzuführen.

Programm

Gustav Mahler – Symphonie Nr.1, 2. Satz
Arr. für Streichorchester von Paul Taro Schmidt, JCOHH

Gerald Cohen – Uraufführung
Duo concertino für Schofar, Klavier und Streichorchester, Bar Zemach & JCOHH

Astor Piazzolla / Leonid Desyatnikov – Four Seasons
Solo Violine & JCOHH

Lev Kogan – Chassidische Rhapsodie für Horn & Streicher
Bar Zemach & JCOHH

Hava Nagila – Zugabe für Solisten und Orchester
Schofar, Klavier und Streichorchester, arr. von Bar Zemach