Cantata Bolivia in Berlin. Rückkehr eines Meisterwerks.

Wann:
Donnerstag, 21.01.2027, 18:00 Uhr

Wo:
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Werke von:
Erich „Erck“ Eisner / Yolanda Bedregal de Konitzer / Manfred Eisner

Mitwirkende:
LandesJugendChor Schleswig-Holstein / 4 Gesangssolist:innen / JCOHH

Am 21. Januar 2027 ist das Jewish Chamber Orchestra Hamburg in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zu Gast und wird einem fast vergessenen Meisterwerk jüdischer Exilmusik die Ehre erweisen. Erich „Erck“ Eisner, jüdischer Komponist und Dirigent, floh mit seiner Familie vor der NS-Verfolgung nach Bolivien. Dort gründete er das Nationale Symphonieorchester und komponierte die Cantata Bolivia – als musikalischen Dank an das Land und die Menschen Boliviens, die seiner Familie Zuflucht boten.

Erck hätte seine Freude gehabt

Rund 20 junge Musiker des JCOHH musizieren mit dem LandesJugendChor Schleswig-Holstein und vier Gesangssolist:innen. Emanuel „Emu“ Meshvinski (24) dirigiert und moderiert den Abend. Lesungen aus der Familiengeschichte und aus Verhasst-geliebtes Deutschland. Chronik einer deutschen jüdischen Familie von Manfred Eisner begleiten die Musik.

So verbinden sich Konzert und Erzählung: Die Kantate handelt von Zuflucht und Dankbarkeit. Die Lebensgeschichte des Komponistensohnes führt von Flucht und Exil zu seiner Rückkehr nach Deutschland 1957 – und zu den Fragen nach Heimat, Vertrauen und Verantwortung, die ihn bis heute beschäftigen.

Ein ganz besonderer Zeitzeuge

Manfred Eisner wird an diesem Abend anwesend sein. Mit ihm begegnen wir einem Überlebenden der Shoah, der Verfolgung, Flucht und Exil selbst erlebt hat. Seine Geschichte erzählt auch davon, wie es gelingen kann, nach tiefen Verletzungen wieder Vertrauen zu fassen und hoffnungsvoll zu bleiben. Mit Humor, Optimismus und einer klaren Haltung: Er will sein Land „keinesfalls erneut jenen überlassen, die ihn und seinesgleichen verachten oder verfolgen“.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist als Mahnmal gegen den Krieg und Ort des Erinnerns, des Friedens und der Versöhnung ein bedeutungsvoller Aufführungsort. Hier erklingt jüdische Exilmusik in einem Raum, der selbst von Zerstörung und Neubeginn erzählt. Ein weiterer Berlin-Bezug: Das Jüdische Museum Berlin verwahrt Fotokopien der handschriftlichen Dirigentenpartitur sowie weitere Dokumente und Objekte zu Erich Eisner und seiner Familie (geschenkt von Manfred Eisner).

Eintritt:
20 € Normalpreis
26 € Support-Ticket



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